Der Tübinger "Lilli-Zapf-Jugendpreis"
Die Anfänge
Ein kleiner Kreis von Tübinger Bürgern, richtete im Jahr 2001 einen dotierten Jugendpreis für
Tübingen ein. Träger ist seitdem ein kleiner, eigens hierfür gegründeter, unabhängiger und
überparteilicher „Verein Courage zur Verleihung des Lilli-Zapf-Jugend-Preises e.V.".
Hauptverantwortlicher Mitausrichter der Preisverleihung war seit Anbeginn der Tübinger Jugendgemeinderat
(JGR), da der Preis mehrheitlich durch Jugendliche, an Jugendliche verliehen
wird. Am 27. Januar 2002 fand die erste Preisverleihung im Rathaus statt.
Namensgeberin Lilli Zapf
Der Preis trägt in Erinnerung und zur Würdigung der Tübinger Ehrenbürgerin Lilli Zapf (1896-
1982) den Namen „Lilli-Zapf-Jugendpreis“. Schon seit Anfang der 60er Jahre knüpfte sie
trotz vieler Anfeindungen persönliche Kontakte zu ehemaligen, geflüchteten jüdischen Mitbürgern.
Obwohl sie in ärmlichen Lebensverhältnissen lebte, hatte sie sich als erste um die Aufarbeitung
der Geschichte der Tübinger Juden verdient gemacht. Ihr couragiertes Verhalten
gegen den damaligen Zeitgeist der Verdrängung und des Wegsehens ist damit Orientierung
für die Wahl der Preisträger.
Modus
Das umfangreiche Vorschlagsrecht fordert jeden im Kreis Tübingen auf, sich an der Kandidatensuche
zu beteiligen. Direkte Adressaten sind traditionell die Schulen, die SMVen, die
Sportjugend, der Stadtjugendring, der Kreisjugendring und die Kirchenjugend. Angesprochen
sind aber alle Jugendprojekte aus dem Landkreis Tübingen.
Mit der Akquirierung von Schulen, Vereinen und Kirchen können viele Jugend-Aktivitäten vom
JGR erfasst werden und möglichst viele direkt oder indirekt am Entscheidungsprozeß partizipieren.
Im Vorfeld der Wahl findet somit eine jährliche Auseinandersetzung des JGRs mit der
kreisweiten Jugendarbeit statt.
Die 9-köpfige Preisjury setzt sich zu zwei Dritteln aus Jugendlichen und einem Drittel aus
Erwachsenen zusammen. Dies sind seit Herbst 2008 drei Mitglieder des JGRs, drei Mitglieder
der SOR-SMC-Gruppe der GSS, zwei Mitglieder des Vereins Courage und einer Vertreterin
des Landkreises.
Preisverleihung
Die Preisverleihung bietet Jugendlichen zusätzlich die Möglichkeit, durch moderne Medien,
Musik, Theater, Projektpräsentationen oder anderen zeitgemäßen Formen, „ihren“ Abend
künstlerisch oder inhaltlich zum Thema Courage zu gestalten.
Der Preis ist, neben der Würdigung Lilli Zapfs und besonderer Jugendprojekte, der Versuch
neue, jugendgemäße Formen des Gedenkens und Mahnens zu ermöglichen. Daher findet die
Preisverleihung in jedem Jahr am 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, statt. Sie würdigt
das besondere Engagement von Jugendlichen, die sich ehrenamtlich verdient gemacht haben
im sozial- oder gesellschaftskritischen Sinne von tätiger Mithilfe, couragiertem Bürgermut,
Solidarisierung mit Minderheiten, gegen Rassismus oder Diskriminierung und für Integration.
Dieser couragierte Einsatz gegen den Mainstream der Gleichgültigkeit wird mit Urkunden
und Preisgeldern honoriert.